Unterwandert

Aus: DAS KROKODIL, Ausgabe 13 (Juni 2015)

„Besonders verdient… haben sich Jutta Ditfurth und Otmar Steinbicker gemacht“, schreibt die Geschäftsführerin des „Bunds für Soziale Verteidigung“ Christine Schweitzer im „FriedensForum – Zeitschrift der Friedensbewegung“, zu deren vierköpfiger Redaktion sie gehört, in einem Artikel mit dem Titel „Unterwanderungsversuche abwehren“ zur Verunglimpfung der „neuen“, unabhängigen Friedensbewegung. Bei der 12. Strategiekonferenz der „Kooperation für den Frieden“ Ende Februar 2015 in Hannover ist sie dabei. Und auch Björn Kunter, Ex-Koordinator des Förderprogramms Belarus der Bundesregierung und bis 2012 Geschäftsführer des „Bunds für Soziale Verteidigung“, ist dabei. Der Titel seines Referats: “Wie kann und sollte die deutsche Friedensbewegung der Ukraine helfen?” Für den 2014 in der Ukraine unter Federführung des US-Imperiums und Mithilfe von faschistischen Organisationen durchgeführten Staatsstreich hat er die Bezeichnung „Revolution der Würde“ parat – eine Bezeichnung aus dem Vokabular der weitgehend aus Bundesmitteln finanzierten „Stiftung Wissenschaft und Politik“ (SWP), auf die er in seinem Vortrag ungeniert Bezug nimmt. „Um die Gestaltung einer freien und demokratischen Ukraine“ sei es gegangen und gehe es auch heute noch.

Als „Ukraine-Projektkoordinator der Kurve Wustrow“ ist er im Programm der „Strategiekonferenz“ angekündigt. In dieser „Kurve“, einer „Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion“, gehört er zwar nicht zu Team oder Vorstand, taucht aber bei einer Ukraine-Veranstaltung am 13.4.2015 als „unser Seminarleiter“ auf. Und in Zusammenhang mit einem von der „Kurve Wustrow“ durchgeführten, vom Bundesaußenministerium geförderten Seminar ist er aufgeführt als „Trainer, Aktivist, Forscher und Berater in und für gewaltfreie Bewegungen in Deutschland und Ost-Europa… spezialisiert auf Networking und strategische Gewaltfreiheit“.

„Herr Kunter ist offenkundig ein Mann der anderen Seite. Er ist kein Friedensaktivist, sondern Aktivist der deutschen und ‚westlichen‘ Diversions- und Einmischungspolitik, des ‚Menschenrechts’imperialismus, der die Ergänzung und Flankierung imperialistischer Kriegspolitik ist. Bleibt die Frage: Was hat ein solcher Mann auf einer Konferenz der Kooperation für den Frieden zu suchen?“

Diese Frage wird auf der website der DKP in einem Artikel vom 26. März 2015 gestellt.